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Nein, auf mich wird das niemals zutreffen!! Stein und Bein hätte ich geschworen.
Fürchterliches Konsumverhalten. Sammelwut.
Jaja, so hätte ich mich noch vor einigen Wochen geäußert.
Herdenbildung? Blödsinn – nicht mit mir!! Wozu sollte man denn mehrere Spinnräder brauchen?

Bis ich mir dann mein Ladybug genauer angeschaut habe. Die Schrauben sind lose, der Spinnkopf ist beim Ausladen vom Beifahrersitz (wo es gerade mal so drauf passt und angschnallt werden muss) am Holm hängengeblieben. Es leidet. Und das von ein paar Spinntreffen im Jahr. Wie soll das erst werden, wenn ich es mal in Urlaub mitnehmen möchte? Immerhin sind die Zeiten von völlig überladenen Kofferräumen mit Aufblasgummitieren, Spielzeugkoffern und verschiedenen Fahrgeräten rum.
Und überhaupt. Wozu bekommt man ansonsten Geld zu Weihnachten geschenkt, wenn nicht zum Ausgeben?!

Genug also der Rechtfertigung und der vielen Worte: aus dem ursprünglichen Wunsch nach einer Kardiermaschine wurde ein Reisespinnrad.
Eigentlich hatte ich zunächst an ein Sonata gedacht, bis ich beim Wollschaf auf ein Ashford Joy getroffen bin. Und es probegetreten habe… also gesponnen natürlich, nicht getreten. 😉 Und es lief wie eine Eins, so dass das Sonata ratzfatz vergessen war.
Ja, ich will!, kam mir leichter über die Lippen, als ich es jemals wieder für möglich gehalten hätte (Leider auch teurer wie geplant, was wohl irgendwie an der Formulierung liegen muss 😉 ). Und so begleitete mich ein niegelnagelneues Joy nach Hause und am nächsten Tag zum 1. Spinntreff des Jahres 2012. Leider stellte sich hier heraus, dass die Produktionsmerkmale in Neuseeland von meinen Qualitätsansprüchen doch recht weit entfernt scheinen: das Schwungrad wackelte wie ein Kuhschwanz, was sich vor allem im hohen Geschwindigkeitsbereich bemerkbar machte. Zu stark für ein Rad in dieser Preislage.
Und damit begann die Zeit des Wartens…
und Wartens…
und Wartens…

Schließlich war es soweit. Aus mehreren Vergleichs-Videos konnte ich mir mein neues Joy heraussuchen, denn der neue Spinner sollte doch deutlich runder laufen als das Ich-wollte-es-eigentlich-kaufen-aber-jetzt-werd-ich-es-doch-zurückschicken-Spinnrad.

Das Rädchen, das ich dann endlich aus seinem Kartonverschlag befreien konnte, leuchtete mich in einem fast schon roten und stark marmorierten Holzfarbton an. Eine echte Schönheit.

Vorsichtig entnahm ich sie der dick wattierten Tasche, klappte den unteren Teil herunter, konnte Spinnkopf und Spulenhalter entfernen und die Tritte befestigen.
Nun wurde es spannend. Eingedenk des erhaltenen Videos erwartete ich bereits eine gewisse Laufunruhe, doch tatsächliche wackelte die Kleine fast ebenso stark wie ihr blasser Bruder. Naja, nach einigem Vergleichstreten vielleicht auch ein kleines bisschen weniger…
Also schon weniger…
Deutlich weniger…
Also eigentlich wackelte sie fast gar nicht…
Wieso wackeln? 😉

Jaja, nennt mich willensschwach, aber ich habe es nicht mehr übers Herz gebracht, die „rote Zora“ zurückzuschicken; sie hat mich auf Anhieb verzaubert.
Und was im Leben ist schon makellos?

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