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Auch der erste Arbeitstag nach den Ferien konnte meinen Enthusiasmus nur vorübergehend dämpfen und so eilte ich so schnell es ging zum Webstuhl, um mit dem Einzug zu beginnen.

Ich hatte mich für einen geraden Z-Einzug entschieden und von der Mitte der Schäfte aus nach rechts und links gearbeitet. Die übrig gebliebenen Baumwoll-Litzen, die noch auf den Schäften waren, schob ich einfach unbenutzt auf die Seiten.
Nachdem ich einem Trick von Ellen gefolgt war, die mir empfohlen hatte, die untere Leiste jedes Schaftes ein wenig hochzubinden, ließen sich die Baumwollitzen auch tatsächlich problemlos verschieben.
Und so waren die 60 Fäden recht schnell eingezogen und ich konnte mein Werk stolz begutachten.

Das nächste Kapitel im Buch von Fr. Arndt hieß „Blattstich“ und in Gedanken sah ich schon den fertig bezogenen Webstuhl vor mir, während ich mich anschickte, den Ablauf zu lesen. Mein zufriedenes Grinsen gefror mir im Gesicht, als mir die Bedeutung des ersten Satzes klar wurde:
„Jetzt entfernt man den Reedekamm aus der Kette,…“
Wie zum Geier sollte ich DAS denn noch bewerkstelligen???? Mein Gatterkamm ließ sich schließlich nicht zerlegen.
Schweren Herzens entschied ich mich dazu, den Webkamm in der Kette zu lassen und irgendwie am hinteren Streichriegel festzubinden. Dort, so hoffte ich, würde er nicht weiter stören.
Anschließend zog ich die Kettfäden durch das Webblatt, wobei mir sogar noch ein kleiner Einzugsfehler auffiel, den ich dabei korrigieren konnte.
Entgegen der üblichen Beschreibungen ließ ich das Webblatt dabei jedoch in der Lade, was mir deutlich übersichtlicher erschien … naja, vielleicht auch nur darum, weil ich keine zwei Latten hatte, die lange genug gewesen wären, um sie vom hinteren Streichriegel zum Brustriegel legen zu können und beim Knieriegel wäre mir vermutlich der Rücken abgebrochen. 😉

 

Was dann folgte war bekanntes Terrain, denn das Anknoten der Kettfäden am Warenbaum kannte ich schon vom Webrahmen her.
So konnte ich kurze Zeit später eine wunderschöne Kette bestaunen, die sich verblüffenderweise sogar auf einer Ebene mit den heruntergelassenen Schäften und der (durch den Gatterkamm erhöhten) Streichriegelebene befand.

Ab diesem Zeitpunkt hatte ich keine Lust mehr, auf das Webbuch zu achten und stürzte mich auf die Querschemel, um die getrennten Verbindungen zu den Schäften wieder herzustellen.

Eigentlich hatte ich ja vorgehabt, eine 2/2-Köper-Verschnürung zu machen, aber nachdem ich mir die bestehende Verschnürung genauer angeschaut und darin eine Möglichkeit für einen typischen 3/1-Köper + Leinwandbindung zu erkennen glaubte, entschied ich mich, die Anbindung der Tritte bis auf weiteres so zu belassen und lieber gleich mit dem Weben anzufangen.
Ja ja, manchmal bin ich nicht sehr geduldig. Aber man muss sich doch noch Lernaufgaben für’s nächste Leben aufheben. 😉

Und siehe da:
Dadaaaa!!!!! *Tusch!!!!!*

Es ist angewebt. 😀 kleines animiertes Feuerwerk

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