Was macht die faserverrückte Frau, wenn sie von der Grippe gebeutelt darnieder liegt und nicht gerade schläft? Richtig! Sie sieht sich Bilder an. In Handarbeitsbüchern. Okay, es wirkt masochistisch, sich all den schönen Dingen auszusetzen und dabei genau zu wissen, dass man im Falle eines akuten Kreativitätsanfalles zur Handlungsunfähigkeit verdammt ist. Aber ein völliger Faserentzug wäre noch schlimmer. Und so habe ich mich zum Bücherregal geschleppt, um einige der schönsten Exemplare in Couchnähe deponieren und mich darin gesund-schwelgen zu können.
Das erste Buch hat mich nach Südamerika versetzt, genauer gesagt in die Hochebenen Perus. In „Weaving in the Peruvian Highands“ von Nilda Callanaupa Alvarez schlägt einem eine unglaubliche Fülle an Farben und Mustern entgegen; ein wahres Wunder, was mit wenig Material und viel Mensch erschaffen werden kann. Ein Rückengurt, ein paar Holzstäbe und jede Menge Kreativität, Kraft und Geduld – das sind die Rezepte der südamerikanischen WeberInnen, deren Kleidung, Traditionen und Arbeitsweisen auf rund 100 Seiten angerissen werden. Und schon allein die gelebte Farblust ist es, die mich in den Bann dieser Kultur zieht und mir Interesse und Mut an Farbigkeit und einfach geschnittener Kleidung gibt.

Nichts eignet sich mehr, als eine kleine Traum-Weltreise mit diesen Textilien zu beginnen.

 

Weiter ging es nach Neuseeland. Das Buch „The Art of Maori Weaving“ enthält keine Anleitungen, sondern Bilder und Texte zu den Werken aktueller Maori-Künstler. Es sind fast ausschließlich Umhänge und Taschen, die mir alle sehr traditionell erscheinen. Die Webstücke bestehen aus den unterschiedlichsten Naturmaterialien und vor allem die Verarbeitung von Federn finde ich äußerst ansprechend. Der Bezug zu ehemals ritueller Kleidung ist dabei unübersehbar und für mich hochinteressant.

Warum gerade Maori? Dank eines anderen, tollen Buches, das ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, bin ich mit dem Taaniko-Virus infiziert worden. Nein, es handelt sich dabei nicht um einen neuartigen Grippe-Erreger, sondern eine besondere Art des Webens, die man ohne Hilfsmittel durchführen kann.

Mehr wird noch nicht verraten, denn wenn ich wieder fitter bin, wird es dazu einen Erfahrungsbericht geben.

 

Das Ende meiner Gedanken-Reise führte mich zurück auf unseren Kontinent. Ich habe mir immer noch nicht meinen Wunschbildband über die Hebriden geleistet und deshalb musste ich mich zum Träumen auf Strickpulli-Bilder, die eingefangene Stimmung und die dazu passende Musik von Celtic Woman auf CD beschränken.

Abgesehen davon finde ich die Modelle in „The Celtic Collection“ von Alice Starmore sehr ansprechend und schön und als Inspiration für ein entsprechendes „Insel-Outfit“ unschlagbar.

 

Und wer ein wenig mitträumen möchte, der kann hier mal in Celtic Woman hineinhören.

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