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Unverhofft kommt oft (Teil 3)

… oder: It’s Tool Time

Wer die anderen “Unverhofft kommt oft”-Teile (Teil 1, Teil2) verfolgt hat, der weiß, dass es hier um einen alten Webstuhl geht, den ich unlängst für “n Appel und n Ei” in Holland gekauft habe.

Nachdem das gute Stück nun endlich in vielen Einzelteilen bei mir zuhause angekommen war, begann an diesem langen Wochenende die Arbeit. Und eigentlich hatte ich ja gehofft, heute schon Bilder des aufgebauten Gestells zeigen zu können. Doch das Wort “Arbeit” ist im Zusammenhang mit dem Haufen erworbenen Holzes definitiv nicht übertrieben. Ich habe ja schon einige kleinere Dinge aus Holz hergestellt, mit der Hand geschliffen und weiterverarbeitet, aber ich muss zugeben, dass ich die Aufbereitung des Webstuhls doch ziemlich unterschätzt habe.
Nimmst halt mal so eine Schwabbel, hatte ich mir gedacht. Damit sollte das Abschleifen doch ruck-zuck gehen und das Ding am Ende des Wochenendes aufgebaut sein. *hüstel*
Also ganz so ist es nicht. Wer große Flächen schleift, schleift auch gerne mal unregelmäßig und schräg (naja, zumindest wenn man nicht Tim Taylor ist). Und muss auch viel lackieren. Deshalb beschränke ich mich im Moment vor allem auf gründliches Säubern, leichtes Anschleifen mit der Hand und stellenweises Ausbessern. Wenn ich eine Fläche komplett abschleife, dann nur, wo sie nicht an eine andere passen muss, wie z.B. an den Rückfronten der Seitenteile, die ziemlich mitgenommen sind und denen ich tatsächlich einen neuen Lack verpassen muss. Was nicht heißen soll, dass es nicht anstrengend wäre – noch dazu bei gefühlten 40° im Schatten. Während nämlich der Rest des Landes in Gewitter- und Hagelstürmen unterzugehen drohte, gab es bei uns Sonne satt.

Endlich habe ich mich auch getraut, den Stoff abzumachen, der um die Bäume gewickelt war. Das Ergebnis war überraschend: der Stoff ist völlig hinüber, aber die Bäume darunter sehen noch richtig gut aus. Es sollte also reichen, neben dem obligatorischen Säubern des Holzes lediglich die Metallteile abzuschleifen und neue Schürzen anzunageln.

?

Im Moment weiß ich allerdings noch nicht so recht, was für einen Stoff ich dafür nehmen soll. Vielleicht einen schweren Leinenstoff? Oder Jute? Vielleicht hat ja eine(r) meiner LeserInnen einen Tipp?

Doch leider gibt es auch weniger schöne Überraschungen:

Zuerst einmal hat der Webstuhl keine 1.20m Webbreite, wie in der Anzeige stand, sondern lediglich 1m.  Das ist nicht fürchterlich schlimm, aber ich muss zugeben, dass mir die 1.20m als ideale Webbreite erschienen waren und ich den fehlenden 20 Zentimetern ein wenig nachtrauere.

Viel schlimmer ist jedoch, dass Teile fehlen. :-( Soweit ich es bisher feststellen konnte, vermisse ich einen Bolzen für das Grundgerüst, die Feststeller für die zwei Baum-Zahnräder und eine Wippen-Latte  (keine Ahnung, wie die Dinger korrekt heißen). Die Holzteile können wir ja noch selbst machen, aber die Metallteile könnten zum Problem werden. Ich habe die Verkäuferin per Mail gebeten, nochmal in ihrer Garage nachzuschauen. Sollte sie dort nichts mehr finden, bleibt wohl nur noch eine Spezialanfertigung der Hebel und Kurbeln und die würde
meinen Investitionsbedarf, der sich bislang auf einen Verschnürungssatz, einen neuen Webkamm, Stoff für die neuen Schürzen, etwas Holz und einige Schrauben beschränkte, nochmal ordentlich ansteigen lassen.
Und wer bei den Schrauben eben gelächelt hat, der hat offensichtlich genausowenig Ahnung wie ich. :-) Denn entweder sind die Schraubenstandards in Skandinavien anders als hier oder man hat absichtlich die schlimmsten Maße gewählt, die man sich einfallen lassen konnte. So oder so – man findet kein einziges der eklig-angegammelten Dinger im normal sortierten Baumarkt, was bedeutet, dass man sie sich in riesigen Stückzahl für teuer Geld schicken lassen muss. Was will ich denn mit 100 Stück für 18 EUR + Versand, wenn ich nur ZWEI brauche???!!!
Da noch dazu alle Schrauben unterschiedlich sind, werde ich demnächst einen Schraubenhandel aufmachen können…

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